Montag

Für mich und einen großen Teil der Klasse fing die Reise mitten in der Nacht an. Wir mussten schon um 3:00 Uhr aufstehen, um mit dem Zug zum Mannheimer Hauptbahnhof zu fahren. Das hat sich im ersten Moment ziemlich anstrengend angefühlt, weil wir alle noch total müde waren. Aber der Gedanke, dass es endlich auf Klassenfahrt geht, hat die Stimmung schnell gerettet. Gegen 5:00 Uhr waren die meisten von uns da, die Lehrer kamen etwas später. Nach demAnwesenheitscheck ging es direkt zum Gleis. Ich persönlich war ziemlich nervös, weil ich noch nie vorher in einem ICE gefahren bin. Im Zug ging es dann direkt gut los: Viele haben Karten gespielt, gelesen, Musik gehört oder sich unterhalten. Ich habe erst mal ein Nickerchen gebraucht. Ein Teil von uns saß allerdings so, dass wir die ganze Zeit rückwärts gefahren sind. Davon wurde einigen etwas komisch und die Stimmung ist kurz gekippt.

Aber als wir um 12:00 Uhr in Hamburg aus dem Zug gestiegen sind, war das alles sofort vergessen. Die Vorfreude war riesig! Wir sind mit großen Augen durch den riesigen Bahnhof gelaufen. So viele Menschen auf einmal und die vielen verschiedenen Street-Food-Stände sind wir von zu Hause gar nicht gewohnt. Mit der U-Bahn ging es dann direkt zu unserem Hotel auf der Reeperbahn. Dort angekommen, hatten wir erst mal einen kleinen Kulturschock. Die vielen Clubs, der laute Verkehr, das besondere Nachtleben und die vielen unterschiedlichen Menschen – das war schon ein ungewohnter Anblick, den man sonst eher aus Filmen kennt. Für mich war das im ersten Moment etwas komisch, aber die meisten aus der Klasse fanden es super interessant und haben sich direkt wohlgefühlt. Während die Lehrer den Check-in erledigt haben, mussten wir kurz warten. Danach durften wir auf die Zimmer und hatten Zeit, die Gegend ein bisschen zu erkunden. Einige sind direkt losgezogen, andere haben sich ausgeruht oder sind erst mal etwas essen gegangen.

Am Nachmittag stand eine Stadtführung auf dem Plan. Eine nette Dame hat uns viel über die Geschichte der Stadt Hamburg erzählt. Ich muss ehrlich sein: Nicht alle aus der Klasse konnten die ganze Zeit aufmerksam zuhören und manche fanden es eher etwas lang. Ich und ein paar andere fanden es aber echt spannend zu erfahren, welche Geschichten hinter den alten Gebäuden stecken und wie Hamburg früher mit den vielen Flüssen aussah. Wir sind super viel gelaufen – vorbei am Rathaus und an einer alten Kirchenruine aus dem Zweiten Weltkrieg, von der nur noch der Turm steht. Es war cool, so viel in Bewegung zu sein und die Stadt zu Fuß zu entdecken.

Danach ging es zur berühmten Elbphilharmonie. Dieses riesige Musikgebäude aus Glas ist echt beeindruckend. Als wir drinnen waren, hat es sich total komisch angefühlt, weil wir gefühlt fünf Minuten am Stück auf einer langen Rolltreppe nach oben gefahren sind. Der Ausblick von der Plattform war trotz des schlechten Wetters wunderschön. Man konnte über den ganzen Hamburger Hafen schauen. Wir haben an den Glaswänden jede Menge coole Fotos und Selfies gemacht. Unsere Lehrer haben außerdem Fotos und Videos von uns gemacht, damit wir diese schönen Momente als Erinnerung behalten können.

Nach der „Elphi“ hatten die Lehrer eine Überraschung für uns. Sie haben uns nicht verraten, wo es hingeht. Nach 15 Minuten Fußweg standen wir plötzlich vor einem VR-Game-Room. Alle haben sich riesig gefreut! Wir wussten zwar ungefähr, was Virtual Reality ist, aber das, was uns dort erwartet hat, war noch viel cooler als gedacht. Es gab vier Räume, in denen man in Sechsergruppen mit VR-Brillen und Ausrüstung ein spannendes Actionspiel mit Gruselelementen spielen konnte. Das Spiel war aufgebaut wie ein richtiges Abenteuer. Wir mussten uns gemeinsam durchkämpfen, um drei verlorene Teammitglieder zu retten. Das Ganze war so realistisch, dass wir vor Spaß die ganze Zeit laut mitgeschrien haben. Es war so extrem laut, dass die Mitarbeiter dort sogar Gehörschutz tragen mussten! Unsere Mitschüler, die in der ersten Runde noch warten mussten, konnten uns sogar zwei Läden weiter im Edeka noch schreien hören. Nach einer Dreiviertelstunde kamen wir komplett nass geschwitzt aus den Räumen. Das hat richtig viel Spaß gemacht!

Danach ging es zurück zum Hotel und wir hatten bis 23:00 Uhr Freizeit in Dreiergruppen. Bei Nacht war die Reeperbahn noch mal ein völlig anderer Ort. Überall war viel los, man wurde oft angesprochen und die Straßen zeigten deutlich, dass man mitten in einem bekannten Ausgehviertel unterwegs war. Das war im ersten Moment vielleicht etwas ungewohnt, aber für uns war es eine super interessante Erfahrung zu sehen, wie das Leben in so einer Großstadt abseits der Heimat aussieht. Um 23:00 Uhr mussten wir wieder im Hotel sein. Es war zwar schade, dass wir nicht länger raus durften, aber wir konnten uns drinnen noch leise auf die Terrasse setzen und unterhalten. Viele sind noch lange wach geblieben, aber unsere Gruppe ist relativ früh schlafen gegangen.

Dienstag

Am nächsten Morgen gab es von 7:00 bis 9:00 Uhr Frühstück. Unsere Gruppe hat das voll ausgenutzt, aber der größte Teil der Klasse hat das Frühstück einfach verschlafen und lieber weitergeschlafen. Um 10:00 Uhr sind wir zum Hafen gelaufen, wo das große Museumsschiff Cap San Diego lag. Darauf gab es einen eingebauten Escape Room. Ich hatte so etwas noch nie gemacht und fand es eine mega coole Erfahrung. Wir wurden aufgeteilt: Eine Gruppe hat das Schiff besichtigt, die andere hat die Rätsel gelöst. Es gab spannende Themen wie Indiana Jones oder ein Gruselhaus. Die Schiffsbesichtigung war zwar okay, aber der Escape Room war definitiv das Beste, um die Zeit zu verbringen.

Danach hatten wir wieder Freizeit, bevor wir uns später alle mit den Lehrern am Museum getroffen haben. In dieser Zeit ist meine Gruppe mit der Lehrergruppe mitgelaufen, weil sie noch ein paar interessante Orte anschauen wollte, unter anderem den Elbtunnel. Der Tunnel führt mitten unter dem Wasser hindurch, ist richtig lang und es war dort ziemlich kalt. Danach ging es zum Museum der Illusionen. Der Eintritt und die Sachen im Shop waren zwar relativ teuer und das Museum war nicht besonders groß, aber die optischen Täuschungen waren echt genial. Wir haben viele lustige Bilder gemacht.

Ab ca. 15:30 Uhr hatten wir den Rest des Tages komplett zur freien Verfügung. Das fand ich persönlich richtig klasse von den Lehrern. Durch die freie Zeit konnte ich mit meiner Gruppe sogar Verwandte eines Mitschülers besuchen, die in der Gegend wohnen. Ohne diese Freizeit hätte das niemals geklappt! Am Abend waren wir dann noch als Gruppe in einem Restaurant Pizza essen. Das Essen war super lecker und die Bedienung war total höflich. Als wir danach zurück ins Hotel und später ins Bett mussten, waren wir schon ein bisschen traurig, weil die Zeit so schnell verging und der nächste Tag schon der letzte war.

Mittwoch

Der Mittwoch startete wieder mit Aufstehen und Kofferpacken. Bis 11:00 Uhr mussten alle Zimmer sauber und leer sein. Danach stand eine XXL-Schnitzeljagd auf dem Programm. Ganz ehrlich: Am Anfang hatten viele keine große Lust darauf und alle dachten, das wird total langweilig. Aber als wir erst mal losgelaufen sind, war es richtig schön. Wir sind durch einen japanischen Garten und viele Parks gelaufen und haben Ecken von Hamburg gesehen, die wir sonst nie entdeckt hätten.

Das letzte große Ziel war der riesige, grüne Bunker auf St. Pauli. Das Gebäude sieht von unten schon krass aus, aber von ganz oben hat man einen absolut atemberaubenden Blick über die ganze Stadt. Das war der perfekte Abschluss.

Danach ging es zurück zum Bahnhof. Nach einer halben Stunde Warten saßen wir um 16:00 Uhr im ICE Richtung Heimat. Auf der Rückfahrt waren alle ziemlich platt, aber glücklich. Um 23:20 Uhr kamen wir wieder am Hauptbahnhof in Mannheim an und wurden von den Lehrern entlassen.

Mein Fazit als Klassensprecher: Diese Klassenfahrt war absolut sehenswert! Wir haben richtig coole Programme gemacht und extrem viel gesehen. Ich würde jedem genau diese Reise genauso empfehlen, wie wir sie erleben durften!

Hier einige Eindrücke unserer Abschlussfahrt